Die Grünen schaden der Umwelt!

Vorweg zweierlei: Klarerweise soll der Titel dieses Artikels ein wenig provozieren und ebenso selbstverständlich soll den Grünen keine aktive Umweltverschmutzung vorgeworfen werden; und dennoch schaden die Grünen der Umwelt bzw. genauer gesagt der Umweltpolitik. Ich bin der festen Überzeugung, dass der typische Österreicher um ein vielfaches ökologischer denkt, als es sein Wahlverhalten erahnen lässt. Doch leider leben wir (noch-)nicht in einer Basisdemokratie.
Politische Programme der einzelnen Parteien sind somit nach wie vor ein gesamtheitliches friss oder stirb Spiel in dem Kategorien (wie z.B. politische Farben) erfunden werden, oftmals nur noch verbaler Polemik dienen und schon lange nichts mehr mit der Realität des Wahlwillens zu tun haben. Dass der Wähler oftmals nur das geringste Übel wählt, wenn er es denn überhaupt für sinnvoll erachtet zur Urne zu gehen ist jedem klar, der auch nur einmal ein Gespräch zum Thema geführt hat.

Was hat all dies nun mit den Grünen und dem ihnen unterstellten Schaden zu tun, den sie angeblich der umweltfreundlichen Politik zufügen. Das für viele unwählbare Gesamtpaket. Mehr als einmal habe ich den Begriff Melone im Zusammenhang mit unseren Grünen hören müssen. Aussen ein wenig Grün und innen ganz viel tief-rot oder gar esoterisch. Nun soll auf diese rot/esoterischen Werte nicht weiter eingegangen werden. Es handelt sich hierbei um legitime Meinungen zu Themen und Lebensweisen – jedoch legitime Meinungen, die lediglich von einer kleinen Gruppe an Österreichern geteilt wird und somit diese Partei für eine viel größere Ökologisch denkende Wählerschaft untragbar macht. Ich zähle mich sicherlich selbst zu diesen potentiellen Wählern.
Auch wenn die Grünen schon lange nicht mehr als Gesamtes das Image des barfüßigen Hippies verkörpern und auch bei ihnen der Alltag der professionellen Politik Einzug gehalten hat, so ist doch die Politik jenseits unserer Umwelt immer noch alles andere als Mehrheitstauglich.
Das österreichische Politübel des Fraktionszwanges tut sein Restliches dazu, dass der zwischenparteiliche Poker um gegenseitige Unterstützungen somit zwangsläufig zu Lasten der Umwelt geht – jenes Thema, welches die Grünen sich per Definition ganz groß oben auf die Fahne geschrieben haben.

Wie könnte man denn nun mehr für die Umwelt erreichen und das gesamte potential des Grünwillens des österreichischen Wählers ausnützen? (Basisdemokratie und Fall des Fraktionszwanges einstweilen als Utopien aussen vor gelassen). Man schaue nur zu unseren westlichen Nachbarn. Die neu gegründete Grün-Liberale Partei hat bereits bei ihrer ersten Wahl alle Erwartungen übertroffen und eine Organisation geschaffen, die auch für weniger Rote, jedoch tatsächlich grün denkende Bürger wählbar ist. Eine Partei, die somit je nach Thema auf der “schwarzen” oder “grünen” Seite stehen kann, ohne dass der sonst notwendige Spagat zu lasten der Umwelt geht. Ich kann der Partei vorerst nur das Beste wünschen und hoffen dass sie es schaffen Ihren Zielen treu zu bleiben. Eine Herausforderung, der österreichische Parteien mit dem Hang zu Lippenbekenntissen, Korruption und Vetternwirtschaft, ohnedies schwer nach kommen können.

RZ

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